Hausbank

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Als Hausbank bezeichnet man im allgemeinen die Bank, bei der man schon seit längerer Zeit seine Konten führt und mit der man in erster Linie zusammenarbeitet. Allerdings ist es in der heutigen Zeit so, dass immer weniger Kunden eine Hausbank haben, sondern vielmehr nach den jeweiligen Konditionen entscheiden, wo sie ihr Konto führen lassen, ihr Kapital anlegen oder eine Finanzierung in Anspruch nehmen.

Früher war es hingegen so, dass man über Jahrzehnte hinweg bei ein und derselben Bank geblieben ist, weshalb sich auch der Begriff der Hausbank entwickeln konnte. Heute hat man als Kunde natürlich durch die vielen Anbieter im Finanzbereich, die man in der Regel auch online über das Internet erreichen kann, eine viel größere Auswahl. Wo es früher nur drei oder vier verschiedene Filialbanken gab, kann der Kunde heute aus 30-40 verschiedenen Banken auswählen, die zudem fast alle die vollständige Produktpalette aus dem Anlage- und Finanzierungsbereich anbieten. Aber auch wenn die Hausbank an sich an Bedeutung verloren hat, so kann diese dennoch nach wie vor dem einzelnen Kunden Vorteile verschaffen. Man bekommt zwar insbesondere bei den Direktbanken heute in der Regel sehr günstige Konditionen, die oftmals von den Standardkonditionen her besser als bei der Hausbank sind. Allerdings hat man eben über die Hausbank aufgrund eines häufig über viele Jahre hinweg bestehenden Geschäftsverhältnisses die Möglichkeit, durch ein persönliches Gespräch mit seinem Kundenberater auch einmal Sonderkonditionen erhalten, die man bei einer „anonymen“ Direktbank nicht bekommen würde.

Vielen Kunden ist zudem ein gutes Vertrauensverhältnis nicht selten wichtiger, als geringfügig bessere Konditionen zu erhalten, weshalb auch viele Kunden dann noch bei ihrer Hausbank bleiben, wenn sie zum Beispiel ein Darlehen bei einer anderen Bank günstiger erhalten könnten. Für die Hausbank spricht also in der Regel fast immer der langjährige und persönliche Kontakt zum eigenen Kundenberater. Durch diesen Kontakt erhält man dann zum Beispiel auch mal einen Kredit bei der Hausbank, den man bei einer anderen Bank vielleicht nicht mehr bekommen würde. Trotz der Vorteile ist es auf der anderen Seite natürlich nicht so, dass der Gang zur Hausbank sich immer lohnt.

Wenn es zum Beispiel um Konditionen bei einer Geldanlage geht, so hat die Hausbank sicherlich wie jede andere Bank auch einen gewissen Spielraum hinsichtlich der Festlegung der Konditionen im Einzelfall, allerdings endet der Spielraum naturgemäß auch an bestimmten Grenzen. Bietet die Hausbank zum Beispiel im Bereich Tagesgeld eine Standardkondition von 1,20 Prozent an, bei einer Direktbank kann der Kunde aber 2,5 Prozent erhalten, so kann die Hausbank ihm vielleicht bis auf eine Zinssatz von 1,50 Prozent als „Bonus“ für eine langjährige gute Geschäftsbeziehung entgegen kommen, aber den Zinssatz der Direktbank wird man normalerweise nicht erhalten können. Man hat also nach wie vor auf der einen Seite einige Vorteile, wenn man mit einer Hausbank zusammen arbeitet, aber eine Garantie, dass man dort immer die besten und günstigsten Angebote erhält, gibt es natürlich auf der anderen Seite keineswegs.